Hebammen-Haftung im Petitionsausschuss des Bundestags

Demonstration der HebammenverbändeNach jahrelanger "Bescheidenheit" in der politischen und publizistischen Arena, machen die Hebammen über ihre Verbände und lokale Initiativen derzeit Druck vor allem auf den politischen Entscheidungsprozess, auf Ministerien und Bundestag.

Gestern, 23. Juni 2014, behandelte der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages die Eingabe der Hebamme Sabine Schmuck zum Kernproblem der laufenden Diskussion, der untragbaren Haftungsverpflichtungen freier Hebammen.

Am kommenden Donnerstag, 26. Juni 2014, ist aus Anlass der Gesundheitsministerkonferenz der Länder in Hamburg eine Demonstration der Hebammen-Verbände geplant (s. Abb.).

Eine Zusammenfassung der Diskussionen im Petitionsausschuss von der Pressestelle des Deutschen Bundestags (hib):
"Mit einem Haftungsfond sollte dem Problem der ständig steigenden Beiträge für die Haftpflichtversicherung von Hebammen entgegengetreten werden. So lautete die Forderung der Petentin Sabine Schmuck, über deren Eingabe der Petitionsausschuss am Montag in öffentlicher Sitzung beriet. Die Petentin, seit 25 Jahren als `außerklinische, traditionelle Hebamme´ tätig, machte dabei deutlich, dass der Beitrag für die Haftpflichtversicherung, der ab 1. Juli 2014 bei 5.091 Euro liegen soll (2009: 2.370 Euro) viele freiberufliche Hebammen zur Aufgabe der Geburtshilfe zwingen würde. Mit Folgen für die werdenden Mütter, wie Schmuck sagte: `Die freie Wahl des Geburtsortes gibt es schon lange nur noch auf dem Papier´, urteilte die Petentin.

Schmuck sprach sich daher für einen Haftungsfond aus, `der nicht über privatwirtschaftliche Versicherungskonzerne läuft´. Wenn man eine Haftpflichtversicherung vorschreibe, was aus Sicht Schmucks sinnvoll ist, dürfe man diese jedoch nicht dem freien Markt überlassen. Die Petentin forderte einen gesamtgesellschaftlichen Diskurs zu dem Thema. ´Das geht nicht nur die kleine Berufsgruppe der Hebammen an´, sagte sie.

Ingrid Fischbach (CDU), Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Gesundheit (BMG) räumte ein, dass die Haftpflichtversicherung gerade bei Hebammen, die wenige Kinder zur Welt bringen, ein großes Problem sei. Die Bundesregierung, so Fischbach, habe darauf reagiert, indem sie einen Sicherstellungszuschlag beschlossen habe, der die Kosten abfedern solle. Zudem habe man dazu beigetragen, dass sich die Versicherungswirtschaft – zumindest vorerst – nicht aus dem Geschäftsbereich zurückzieht. ´Wir haben für eine Entwarnung bis 2016 gesorgt´, sagte die Staatssekretärin und kündigte gleichzeitig an, weiter an dem Problem zu arbeiten.

Skeptisch zeigte sich Fischbach in der Frage eines staatlichen Haftungsfonds. Es sei fraglich, ob man einen solchen Fonds für eine einzelne Gruppe aus den Heilberufen auflegen könne. Das BMG, so die Staatssekretärin, denke stattdessen über eine Regressbegrenzung nach. Damit ließen sich die Schadensersatzsummen und damit auch die Haftpflichtbeiträge eingrenzen, sagte sie.

Aus Sicht der Petentin sind die jüngsten Aktivitäten des Gesundheitsministeriums lediglich Lippenbekenntnisse, die der Beruhigung der Bevölkerung und der Hebammen dienen sollen. ´Das ist nicht zielführend´, sagte Schmuck. So greife etwa der Sicherungszuschlag nicht für die zweite Hebamme, die bei den meisten Geburten hinzugezogen werde und ebenfalls voll haftbar sei. Die Petentin wandte sich auch gegen den Eindruck, dass weniger Geburten auf weniger Qualität der Hebammen hinweisen würden. Das Gegenteil sei der Fall. ´Es hat eine hohe Qualität, wenn die Hebamme sehr individuell auf die schwangere Frau und ihr Kind eingehen kann.´

Den Einwand der Staatssekretärin aufgreifend, es sei nicht möglich nur einer Gruppe innerhalb der Heilberufe einen Haftungsfond anzubieten, machte die Hebammen-Vertreterin deutlich, dass aus ihrer Sicht der Fond für alle Gesundheitsberufe gelten soll. So werde es in Österreich und auch den Niederlanden praktiziert, betonte Schmuck. ´In Österreich zahlen die Hebammen einen jährlichen Beitrag von 100 Euro´, sagte sie und kam zu dem Fazit: ´Ein gestaffelter Haftpflichtfond ist die einzig mögliche Lösung.´"


"für uns" - aktuell

Angenommen - für unsDie aktuelle Ausgabe des Magazins der Stiftungsintiative "für Kinder"

Familienmagazin "für-uns"

Spendenkonto

Sparkasse Stade-Altes Land

Konto: 121 001 3817
Blz: 241 510 05
IBAN DE 82241510051210013817
BIC NOLADE21STS

Mehr Infos zu den Spenden

Projektpartner

Newsletter abonnieren

Helfen SIE mit!

Kinder brauchen Geborgenheit!

Die Stiftung "für Kinder" hilft mit,  die Voraussetzungen dafür zu schaffen. Helfen Sie uns zu helfen!

Ihre Spende "für Kinder"

In den Medien

Presse - JSB31-fotoliaBerichte, Analysen, Reportagen in Zeitungen, Magazinen, Funk und TV über Familie, Bindung, Kinder.

www.fuerkinder.org/kinder-brauchen-bindung/in-den-medien

Was? Wie? Warum?

Die Zukunft der Kinder ist unsere Verantwortung! Was das heisst und wie die Stiftung das umsetzen will lesen Sie

Über die Stiftungsinitiative 

Experten-Meinungen

Stellungnahmen, Manifeste, Positionsbesimmungen von Experten und Organisationen.

Experten meinen ...

Kinder im Recht

Gesetze, Verordnungen, Urteile und Kommentare zum Thema Familie und Kinderrechte.

Recht und Gesetz

Buggy-Aktion

Verkehrte Welt bei den Buggys für die Kleinsten. "Offener Brief" an die Hersteller. Auf Ihre Unterschrift kommt es an!
Alles über die Buggy-Aktion

 

Termine

Termine - Kongresse, Tagungen, Workshops und Events rund um das Thema Kinder und Kindheit.

Termine

Netzwerke

RSS | Impressum | Shop-AGB | © Wolfgang Bergmann Stiftungsinitiative, 2012