Kinder im Alter zwischen 20 und 28 Monaten sind total überzeugt, dass alles, was sie sehen, ihnen gehört. Sie können zu diesem Zeitpunkt nicht anders denken. Sobald sie etwas entdecken, greifen sie danach; besonders nach dem, was ein anderes Kind in der Hand hält.
Es hilft nicht, in diesem Zeitraum mit dem Kind das Teilen zu üben. Diese Phase dauert 4 bis 6 Monate, je nachdem, wie viel Abgabestress das Kind in dieser Zeit hat. Eltern können den Prozess beschleunigen, wenn sie wenig Aufhebens darum machen, die Kinder im Konfliktfall trennen und das Spielzeug weglegen, wenn Vermittlungsversuche nicht gleich fruchten. Erst zwischen zweieinhalb und drei Jahren verstehen und unterscheiden die Kinder die Worte meins und deins. Dann geben sie ab, um etwa ein Spiel aufrecht zu erhalten.

Da diese heftigen Reaktionen der Zweijährigen entwicklungsbedingte Gründe haben, zeigen sie dies hauptsächlich in sicheren Situationen, d.h. in Anwesenheit der Eltern. In Fremdsituationen ohne Eltern fühlen sich Kleinstkinder nicht oder wenig sicher. Dann versuchen sie seltener, ihre Bedürfnisse zu äußern und durchzusetzen. Das ist für kurze Zeiten zwar zuträglich, wenn die Kinder jedoch häufig und langfristig ihre Bedürfnisse aufgrund unsicherer Bindungen zurückstellen müssen, zeigt sich das in Entwicklungsverzögerungen.

Dazu auch:
Nikolaus Steinbeis, Boris C. Bernhardt, Tania Singer, Impulse Control and Underlying Functions of the Left DLPFC Mediate Age-Related and Age-Independent Individual Differences in Strategic Social Behavior, Neuron, 8 March 2012; 73(5) pp. 1040 - 1051

Erika Butzmann: Elternkompetenzen stärken: Bausteine für Elternkurse, 2011

Frühkindliche Bildung beginnt bei der ersten Begegnung zwischen Mutter und Kind, Vater und Kind.
Eine liebevolle Begrüßung, eine zarte Berührung, ein Blickaustausch, eine erneute Ansprache mit genüsslichem Zurücklehnen und gemeinsamer Freude sind grundlegende Elemente der Verständigung zwischen Eltern und Kind. Sie vermitteln die Botschaft: »Wunderbar, dass du da bist.«

Beziehung und Gespräch, Liebe und Haltung zum Kind ergeben ein Mosaik elterlicher und kindlicher Interaktionsmöglichkeiten, auf dem Erziehung und Bildung erst möglich werden“, schreibt Ursula Horsch.

Mehr zum "Zwiegespräch mit einem Baby"

 

Frage:
Ist die Krippe für sozial benachteiligte Kinder nicht ein Segen?

Antwort:
Die Untersuchungen von G. Fein (1996), als auch von Ziegenhain und Wolff (2000), kommen zu dem Ergebnis, dass viele jener Kinder, die Unterstützung am nötigsten gebraucht hätten, da sie eher als schwierig galten und bisher keine sichere Bindungen aufbauen konnten, offensichtlich keine Integration in die Krippe erlangten. Sozial benachteiligten Kindern schadet ein stundenlanger Krippenaufenthalt mit noch höherem Risiko als den Kindern aus sozial stabilen Verhältnissen.
 

Frage:
Frühe Förderung von Migrantenkindern beim Erwerb der deutschen Sprache ist wichtig für deren späteren Lebensweg in Deutschland. Ist da die Krippe nicht der beste Weg zum rechtzeitigen Erwerb der deutschen Sprache?

Antwort:
Migrantenkinder sollen zunächst ihre Muttersprache in der Familie erlernen, um ihre kulturelle Zugehörigkeit und Identität zu festigen. Erst danach, im Kindergartenalter von 3 – 4 Jahren, ist für sie die beste Zeit, die deutsche Sprache zu erlernen.

"Was ... spricht dagegen, dass sie (Migrantenkinder) bis zum Kindergarteneintritt vorwiegend ihre Landessprache erlernen und parallel, vor allem aber später im Kindergarten, hinsichtlich der deutschen Sprache in besonderer Weise gefördert werden? Es ist wenig sinnvoll, sie wegen einer Sprachfrühförderung aus ihren Familien herauszureißen, dass sie nun vielleicht noch Mängel im Bindungsaufbau erleiden. Oder will man behaupten, dass Migrantenmütter durchschnittlich ihren Kindern weniger Zuwendung geben?" (Burghard Behncke)
 

Frage:
Auch wenn mein Kind tagsüber in der Kita betreut wird, wird es doch anschliessend in einer liebevollen Familienumgebung von mir und meinem Mann betreut, gefördert und erzogen. Reicht das nicht aus für eine gesunde Entwicklung von Seele und Verstand?

Antwort:
Mehr Zeit der Kleinstkinder in Außenbetreuung ist verbunden mit geringerem Einfühlungsvermögen ihrer Mütter. Die Interaktionsqualität zwischen Mutter und Kind verschlechterte sich bis zum Alter von drei Jahren. Zeigten die Mütter von vornherein nur ein geringeres Einfühlungsvermögen, so stieg durch den Krippenaufenthalt das Risiko einer unsicheren Bindung. (NICHD). Für die Beziehung zwischen Eltern und Kindern gilt: Qualität setzt eine gewisse Quantität voraus.
 

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