"Ich dachte immer, es geht um das Zusammenleben im Hier und Jetzt und nicht um die Angst davor, was zukünftig vielleicht mal sein könnte?"

Jennifer Hein - entdecken und lernenIch bin seit 21 Jahren als Erzieherin tätig und habe diesen Beruf bisher mit viel Hingabe und Liebe zu den Kindern ausgeübt. Besonders wichtig war mir immer, dass die Kinder ausreichend Zeit hatten ihre eigenen Erfahrungen zu machen. Dadurch erlebte ich oft Überraschungen, weil Kinder sich die Welt mit ganz anderen Augen erschließen und ich die Möglichkeit bekam, daran teilzuhaben. Ich nahm sie ernst, fragte nach und ließ auch meine Ideen mit einfließen. Dabei konnte unsere Beziehung zueinander wachsen.

Als ich mit 20 Jahren ins Berufsleben trat, war es so, dass wir im Gruppenalltag gemeinsam unsere Zeit mit den Kindern planten. Ich hatte ausreichend Zeit für die Kinder und war offen für ihre Bedürfnisse und Wünsche. Auch waren die Eltern mit im Boot und unterstützten uns und freuten sich über ihre Kinder und das was wir miteinander erlebt haben.

Verlorene Zeit

Ich will damit nicht sagen, dass früher alles besser war, auch zu dieser Zeit gab es Probleme, die gelöst werden mussten. Wir hatten andere Voraussetzungen und Vieles von dem, kann ich in das Heute nicht übertragen. Dennoch, den Preis, der Beziehung zueinander, mussten wir nicht zahlen. Auch ich habe Fehler gemacht, die mir heute bewusst sind und habe daraus gelernt. Das ist ein großes Geschenk für mich, weil es mich unterstützt in dem, was ich tue, was mich ausmacht und mir zeigt, was an Potenzial in mir steckt.

Aus dem Brief einer österreichischen Mutter von zwei kleinen Kindern an die „für Kinder“-Redaktion:

Esther Engele„Im Oktober hat unser dreijähriger Sohn Lorenz begonnen für drei Vormittage pro Woche zur Tagesmutter zu gehen. Lorenz geht gerne und mit Freude hin und hat die Tagesmutter schnell als Vertrauensperson ins Herz geschlossen, die Eingewöhnung läuft sehr gut, er schickt mich immer früher heim... Welche Erleichterung!

Wir haben uns für einen Tagesmutter-Start entschieden, um Lorenz einen sanften Einstieg in ein Gruppenerleben vor dem verpflichtenden Kindergartenjahr zu ermöglichen. Einen abrupten Wechsel von Zuhause auf eine Kita-Gruppe mit 25 Kindern würde er nicht packen.

Da ist es mir beinahe unerträglich in so manch miterlebter Begebenheit das Leiden so vieler Kinder zu sehen, die in der Fremdbetreuung "geparkt "werden unabhängig davon, was und wie viel sie aufgrund ihres (zu) jungen Alters oder ihrer Persönlichkeit packen können.  So ein kleines Wesen, das seinen Schmerz, seinen Frust, seine Ohnmacht stundenlang hinausschreit

Szene: Intensivstation für Frühgeborene

Frühgeborenes Baby braucht die Liebe und Zuwendung der ElternDas Leben beginnt mit Schmerz, Lärm, Hektik und quälendem Licht. Der Mutter und des Vaters willkommen heißende Liebe muss ein Frühgeborenes in Form eines sehnsuchtsvollen Blickes annehmen. Das Ringen um den Erhalt der Atmung und die Stabilisierung aller Vitalfunktionen verdrängt jedes warmes Gefühl.

Wenn die Eltern dann endlich zu ihrem winzigen Baby dürfen, steht die Angst zwischen dem Inkubator und dem Elternpaar.
Für mich waren diese Momente immer besonders ergreifend, wenn ich dieser stummen, gewaltig angespannten Sehnsucht zuhören durfte.
Damals war ich selber noch nicht Mutter. Ich verstand die Dimension dieser Sehnsucht nur ansatzweise. Dennoch habe ich im Laufe der 10 Jahre meiner Berufserfahrung genau dort, am Bett der Kinder, unglaublich viel über die tiefe Verbindung zwischen Eltern und Kind gelernt.

Wege der Bindungsförderung

Die Autorin ​Barbara Walcher bei der Arbeit
Barbara Walcher

Rund um das Stillen, dieses unbezahlbare Geschenk für das Baby, wo Körpernähe und Geborgenheit für Mutter und Kind spürbar werden können, liegen Freude und Verzweiflung oft nah beieinander. Gerade dann wenn Stillschwierigkeiten auftreten, ist das Erleben mehr Frust als Lust, sowohl für die Mutter als auch für das Kind. Es stellt sich die Frage, wie  in solch herausfordernden Situationen das Nähren des Kindes als Moment der Nähe und Verbundenheit erlangt werden kann.

Interview mit einer Krippenerzieherin  aus Mecklenburg-Vorpommern 

Stress für Erzieherinnen in Krippe und KitaErzieherInnen in deutschen Kitas gelten als "Hoch-Risiko-Gruppe" für Burn-Out (Studien dazu). Steigende Anforderungen und nach wie vor unzureichende Personal- und Sachausstattung erklären nur einen Teil der wachsenden Stress-Belastung. Gerade für ErzieherInnen mit klaren Vorstellungen zu den Bedürfnissen vor allem der Kleinkinder in den Krippen nach Nähe und Bindung sind die realen Mangel-Zustände in den Krippen schwer erträglich. Zwischen "Sollen" und "Sein" klaffen oft Welten. Viele verlassen nach Jahren frustrierender Erfahrung den geliebten Beruf. Nur selten machen sie die Gründe für ihren Ausstieg öffentlich.

Im folgenden Interview beschreibt die Erzieherin Katrin Bauer ihre Erfahrungen mit der Arbeit in Krippen in Meckenburg-Vorpommern.

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