Wenn die Ungleichheit wächst, leiden die Kinder

Vernachlässigungen und Kindesmissbrauch in der WirtschaftkriseWirtschaftkrisen sind nicht nur für die Erwachsenen, sondern in besonderer Weise bedrohlich auch für die Kinder.

Kaum eine Forschung nach den Ursachen (früh-)kindlicher Fehlentwicklungen kommt aus ohne den Verweis auf den sozialen Status der Eltern, vor allem der Mütter. Armut, wachsende Ungleichheit und gesellschaftliche Ausgrenzung über einen längeren Zeitraum zeigen häufig ihre Wirkung in "internalisierendem" (Ängste, Depression, ) und "externalisierendem" (Aggression, mangelnde Selbststeuerungs- und Konzentrationsfähigkeit) Verhalten der Kinder aus diesen Milieus. Diese Kinder erfahren oft frühzeitig Vernachlässigung, Zurücksetzung und physische wie psychische Gewalt.

Dass eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage eines Landes oder einer Region - sogar eine vorübergehende wirtschaftliche Krise, eine Rezession - das Risiko kindlicher Fehlentwicklung steigen lässt, wird jetzt in einer umfassenden Bevölkerungsstudie von der renommierten Cornell University nachgewiesen:
In der Rezession der Jahre 2005 - 2009 in den USA ging die Schere zwischen arm und reich immer weiter auf, die Ungleichheit in der Gesellschaft wurde immer spürbarer - die Geschwindigkeit dieses Prozesses war unterschiedlich rasant in unterschiedlichen Regionen der USA.

Je schlimmer die Krise, desto häufiger die Übergriffe auf Kinder

Dieser Prozess und sein regional unterschiedliches Tempo spiegelte sich in einer fatalen Zunahme von Kindesmisshandlungen, psychischem und physischem Missbrauch und Gewaltanwendung je nach der Geschwindigkeit, in der die Gesellschaft ökonomisch und sozial auseinander driftete.

Die Forscher hatten die ökonomischen Verhältnisse in sämtlichen 3.142 Kreisen (counties) der USA und ihre Veränderung durch die Wirtschaftskrise in Beziehung gesetzt zu der Zahl der Fälle von Kindes-Misshandlung und Missbrauch.

Das Ergebnis fiel eindeutig aus: Je drastischer die Region von der Krise betroffen war und je schneller sich die Kluft zwischen arm und reich, zwischen niedrigem und hohen Einkommen verbreiterte, desto schlimmer für die Kinder der betroffenen Unterschicht.

"Unsere Studie belegt zum ersten Mal, dass eine Steigerung der Einkommensungleicheit einher geht mit einer Zunahme von physischen wie psychischen Misshandlungen von Kindern", so der Leiter der Studiengruppe,  Prof. John J. Eckenrode. "Wir wussten zwar schon, dass Länder und Gemeinden mit einem hohen Maß an sozialer Gleichheit weniger soziale und gesundheitliche Probleme haben, neu aber an unserer Studie ist die Verbindung von sozialer und ökonomischer Ungleichheit mit Kindes-Missbrauch, Vernachlässigung und Gewalt."

USA: Mehr als 3 Millionen Fälle von Vernachlässigung und Missbrauch

Allein in den USA gäbe es jährlich mehr als drei Millionen Fälle von Vernachlässigung und Missbrauch von Kindern unter 18 Jahren - ohne Berücksichtigung der hohen Dunkelziffern.

Die Autoren der Studie warnen vor der Abwärts-Spirale, die durch die Folgen wachsender Ungleichheit in der Krise ausgelöst werden könnten:
"Misshandlung und Missbrauch ist eine Form von schädlichem, krank machendem und manchmal tödlichem Stress für Kinder mit lebenslangen Folgen für Gesundheit und Überleben im Erwachsenenalter. Ganz zu schwiegen von den psychischen Störungen, Drogenmissbrauch, sexueller Agression und anderen kriminellen Handlungen, die wiederum Auslöser sein können für sozialen Abstieg, Arbeitslosigkeit und dem der Berlastung des sozialen Netzes."

Quelle: Alphagalileo

Studie: J. Eckenrode et al., Income Inequality and Child Maltreatment in the United States. Pädiatrics, Februar 2014, online vorab veröffentlicht


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