Zitate der Förderer und Kuratoren "für Kinder"

Um sich zu emotional ausgeglichenen und sozial kompetenten Erwachsenen zu entwickeln, brauchen Kinder eine beträchtliche Menge an Zeit sowie die feinfühlige Aufmerksamkeit ihrer Bezugspersonen. Aber Eltern müssen heutzutage eine Wahl treffen, ob sie entweder selbst ihren Kleinkindern diese emotionale Erfahrung zukommen lassen, oder ob sie für ein adäquates Familieneinkommen eher der Erwerbsarbeit ihre Zeit und Aufmerksamkeit widmen.“ (Sir Richard Bowlby, Frankfurt 5.5.2007)

Eltern werden hin und her gerissen zwischen dem Auftrag zu verdienen und zu konsumieren und dem, was sie für ihre Kinder tun wollen, nämlich Liebe schenken und mit ihnen kommunizieren, und wie sie genug Liebe in ihren Familien erreichen können. Ich denke, dass sich alle Eltern zerrissen fühlen, während sie versuchen zu entscheiden, welchen Weg sie persönlich beschreiten wollen, und ob sich ihr Leben eher um Geld oder eher um elterliche Liebe drehen sollte.“ (Steve Biddulph, 2007: „Was brauchen Kleinstkinder?“)

Trennung der Eltern ist ein immer häufigerer Risikofaktor, eine Belastung, die sicher gebundene Kinder dann normalerweise aushalten können, wenn sonst keine anderen Risikofaktoren vorhanden sind. Aber wenn ein Kind unsicher gebunden ist, und dazu in Fremdbetreuung ohne Sekundärbindung kommt, und dann auch noch die Familie zerbricht, dann können diese drei Risikofaktoren zusammen Kinder wirklich überwältigen und ihr Risiko für spätere soziale und seelische Störungen stark erhöhen. Das kann aggressives zerstörerisches Verhalten bedeuten, AD(H)S, – wohlgemerkt, mit drei Risikofaktoren, nicht einem sondern drei – schlechte Schulleistungen, Schulschwänzen, Drogen- und Alkoholmissbrauch, Selbstverletzungsverhalten, wenig Einfühlungsvermögen, Selbstwertverlust, Unglücklichsein, Depressionen.“ (Sir Richard Bowlby, Frankfurt 5.5.2007)

Als Gesellschaft sollten wir die Dinge fördern, von denen wir denken, dass sie für eine glücklichere Zukunft sorgen werden. Hier gibt es drei Felder, die Einfluss nehmen: Eines ist „individuelle Wahl“, ein Feld ist „gesellschaftspolitische Vorgaben“ und ein weiteres ist „Arbeitswelt“. Wenn die Arbeitswelt familienfreundliche Strukturen fördert, dann gibt es ausreichend lange Mutterschaftszeiten, viele Angebote für berufliche Qualifizierung und Wiedereingliederung, die es Eltern mit entsprechenden Seminaren erleichtern, in ihren Beruf zurück zu kehren. Firmen, die dies heute tun, machen die Erfahrung, dass sie davon profitieren, z.B. in Form von Loyalität ihrer Angestellten, besonders der jungen Leute, die sich wieder mehr auf diese Werte besinnen. Regierungen müssen dafür sorgen, dass Eltern genügend Einkommen haben. Prof. Mellish, der britische Experte in diesem Feld, hat unterstrichen: „Ja, man kann sehr gute Kinderfremdbetreuung etablieren, man kann den Betreuungsschlüssel klein halten, man kann das Betreuungspersonal in Entwicklungspsychologie universitär ausbilden lassen, usw. Wenn man das alles tut, ist Kinderbetreuung so kostspielig, dass es billiger ist, Eltern ein Einkommen zu zahlen. Es ist daher die viel bessere Investition und eine höhere Garantie für gute Qualität, wenn man jungen Müttern und jungen Vätern Geld dafür gibt, dass sie sich dafür entscheiden, ihre Kleinkinder mit elterlicher Liebe und Fürsorge im Schlüssel 1:1 selbst zu erziehen.“ (Steve Biddulph, 2007: „Was brauchen Kleinstkinder?“)

Der chronische Stress durch wiederholte Trennung kann sich in subtilen Verhaltensänderungen äußern, aber die meisten Eltern und Betreuer bringen diese Veränderungen nicht mit der Fremdbetreuung in Zusammenhang und erkennen nicht, dass die Fremdbetreuung ein signifikanter Risikofaktor werden kann, welcher die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Kinder später emotionale Probleme entwickeln.“
(Sir Richard Bowlby, Bindung und Fremdbetreuung, Frankfurt, 2007)

"Ob Vater, Mutter oder Großeltern sich kümmern, ist egal. Aber ein Kind braucht eine verbindliche Begleitung, gerade in den ersten Jahren. Wir brauchen keine Verstaatlichung der Kindheit. Eltern können das viel besser als Institutionen wie Kinderkrippen." (Prof. Ralph Dawirs, 2010)

"Eine große Zahl von Studien hat einen Zusammenhang zwischen uneingeschränkter mütterlicher Betreuung und einer positiven Intelligenzentwicklung (IQ) herausgefunden. Dasselbe gilt für das Konfliktverhalten des Kindes und die Entwicklung der allgemeinen, sozialen Kompetenz" (K. Grossmann 1987; Konradt 1989).

Das Wichtigste in unserer Gesellschaft ist, dass wir die Verbindungen zwischen Eltern und Kindern schützen müssen. Nicht nur für die Kinder, sondern auch für die Eltern, denn sie brauchen das, um ihre Aufgabe zu erfüllen. Ohne tiefe Bindung ihrer Kinder an sie können sie sie nicht erziehen.
Dies dient auch der Gesellschaft, denn wenn eine Gesellschaft immer weniger Menschen hat, die in vollem Umfang funktionieren, dann kann die Gesellschaft nicht gedeihen, die Kulturübermittlung zwischen den Generationen geht verloren ohne die Bindung, d.h. sie fällt auseinander. Den Schlüssel zur Erziehung von Kindern haben wir früher nur intuitiv gekannt, heute erkennen wir ihn auch wissenschaftlich, und wenn wir alle Wissensanteile zusammen führen, ist es extrem einfach: Der Schlüssel dafür, Kinder zu erziehen, ist:
Gute Beziehung zu jenen, die verantwortlich sind, die Eltern, die Großeltern, die Onkel und Tanten, die Verantwortlichen. Und eine weitere Schlüsselfunktion liegt in Empfindsamkeit. Und genau das alles verlieren Kinder heutzutage. Wir müssen dem daher unbedingt wieder Priorität einräumen. Wir könnten viel Zeit mit Wissenschaft verbringen, aber wenn man das Vorhergenannte Eltern erfolgreich vermitteln will, dann kann man es ganz einfach in folgende intuitive Worte fassen: Gute Beziehungen und offene Herzen.
“ (aus Vortrag Prof. Gordon Neufeld, Frankfurt, 2007)

Seltsamerweise erzeugen zu viel Verwöhnung und zu wenig Zuwendung und Bindung haargenau dieselben Verhaltensstörungen, wozu unter anderem Unruhe, Konzentrationsmangel und soziale Inkompetenz gehören. (Wolfgang Bergmann: Verwöhnung ist nicht Liebe, FOCUS Online, 12.08.2009)

„Man kann aber Lebenserfolg glücklicherweise nicht nur an Schulnoten messen.“ (Wolfgang Bergmann: Wohlfühl-Kuschel-Pädagogik geht Jungs gewaltig auf die Nerven, Spiegel online, 05.04.2008)

„Die wahren Bedürfnisse des Kindes ... gibt es aber von Geburt an. Denn eine der wenigen psychologischen Gewissheiten ist, dass die ersten 18 Monate die prägendste Phase im Leben eines Menschen ist.“ (Wolfgang Bergmann: Was Eltern und Kinder stark macht, stern.de, 17.12.2007)

„Wonach Kinder sich sehnen, sind gute Autoritäten. Väter und Mütter, die Verlässlichkeit bieten und liebevolle Fürsorge. Diese bilden das Fundament für Stabilität im Leben.“
(Wolfgang Bergmann: Was Eltern und Kinder stark macht, stern.de, 17.12.2007)

„Wenn die Mutter das Kind anstrahlt, fühlt es sich sicher. Sprüht vor Lebenslust. Der Austausch zwischen Mutter und Kind ist feinfühliger als das Zusammenspiel des besten Orchesters der Welt. Später entdeckt das Kind den Vater. Er hilft, aus der Verbundenheit mit der Mutter herauszutreten.“ (Wolfgang Bergmann: Was Eltern und Kinder stark macht, stern.de, 17.12.2007)

„Ich kann es in einer Formel sagen: Gehorsam, solch einer sozialen Ordnung gegenüber gehorsam zu sein, sich ihr zu fügen, in ihr wieder zu erkennen, sich in ihr zu spiegeln. Das ist ein Kind der Liebe, der Liebe der Eltern zu ihren Kindern. Ist die Liebe allerdings verloren, dann ist alles verloren.“
(Wolfgang Bergmann im Gespräch mit Jürgen Liminski: Die Disziplinpädagogen zerstören die Liebe der Kindheit, Deutschlandradio, 24.03.2009)

„Die Disziplinpädagogen zerstören die Liebe der Kindheit und damit Kindheit insgesamt.“
(Wolfgang Bergmann im Gespräch mit Jürgen Liminski: Die Disziplinpädagogen zerstören die Liebe der Kindheit, Deutschlandradio, 24.03.2009)

„Meine Therapie ist die Kunst der Bindung. Sie geht gegen die Liebesarmut an, die sich von der preußischen Schule bis in heutige Grundschulen zieht. Forderungen wie >Kinder müssen Härte und Konkurrenz spüren und möglichst früh Leistung bringen< sind grundfalsch. Es gilt, gegen die technokratische Kälte in unserer Erziehungskultur anzugehen.“
(Wolfgang Bergmann: Radikale Liebe und klare Ansagen, Interview Stefan Hauck, 2010)


"für uns" - aktuell

Angenommen - für unsDie aktuelle Ausgabe des Magazins der Stiftungsintiative "für Kinder"

Familienmagazin "für-uns"

Spendenkonto

Sparkasse Stade-Altes Land

Konto: 121 001 3817
Blz: 241 510 05
IBAN DE 82241510051210013817
BIC NOLADE21STS

Mehr Infos zu den Spenden

Projektpartner

Newsletter abonnieren

Helfen SIE mit!

Kinder brauchen Geborgenheit!

Die Stiftung "für Kinder" hilft mit,  die Voraussetzungen dafür zu schaffen. Helfen Sie uns zu helfen!

Ihre Spende "für Kinder"

In den Medien

Presse - JSB31-fotoliaBerichte, Analysen, Reportagen in Zeitungen, Magazinen, Funk und TV über Familie, Bindung, Kinder.

www.fuerkinder.org/kinder-brauchen-bindung/in-den-medien

Was? Wie? Warum?

Die Zukunft der Kinder ist unsere Verantwortung! Was das heisst und wie die Stiftung das umsetzen will lesen Sie

Über die Stiftungsinitiative 

Experten-Meinungen

Stellungnahmen, Manifeste, Positionsbesimmungen von Experten und Organisationen.

Experten meinen ...

Buggy-Aktion

Verkehrte Welt bei den Buggys für die Kleinsten. "Offener Brief" an die Hersteller. Auf Ihre Unterschrift kommt es an!
Alles über die Buggy-Aktion

 

Termine

Termine - Kongresse, Tagungen, Workshops und Events rund um das Thema Kinder und Kindheit.

Termine

Netzwerke

RSS | Impressum | Shop-AGB | © Wolfgang Bergmann Stiftungsinitiative, 2012