Dorothea Böhm, Familie e.V.Kürzlich hat mich eine Bekannte, Ärztin wie ich, mit Verve zur Brust genommen. Ihre Kritik lautete in etwa so:

Gute Erfahrungen mit selbst-organisierter Krippe

"Ich habe gerade einige Ihrer Einträge gegen Krippenbetreuung von Kleinkindern im Internet gefunden und bin sehr verärgert, dass Sie die Krippen pauschal verurteilen. Ihre Sichtweise ist einseitig und Ihre Ausdrucksweise ist apodiktisch. Vielleicht könnten Sie sich ja wenigstens etwas konzilianter ausdrücken.

Frühkindlicher StressFremdbetreuung bedeutet Stress für die Kinder, insbesondere die Kleinsten, mit Langzeitfolgen, die in jüngster Zeit immer häufiger und eindringlicher in wissenschaftlichen Studien dargestellt werden. Hier ein kurzer Überblick über die bisherigen Ergebnisse:

Forschung zur Wirkung der Betreuung von kleinen Kindern in Kindertagesstätten, insbesondere Kinderkrippen, gibt es schon seit über 50 Jahren. Neben beschwichtigenden mehren sich vor allem solche Ergebnissen, die auf das Risiko von späteren körperlichen und seelischen Folgen verweisen (Shpancer 2006). Kinder erleben Stress bei Fremdbetreuung, der auf noch junge und leicht verletzbare Hirne trifft.

 

Dr. Erika Butzmann - Risiken der Krippenbetreuung
Dr. Erika Butzmann

Je stärker der Krippenausbau vorangetrieben wird, umso mehr steigt die Nachfrage der Eltern. Diese sich durch den Mainstream entwickelnde Eigendynamik fegt über die Köpfe der Kleinsten hinweg und kaum jemand der Akteure sieht die Not der Kinder.
Aus der Krippenforschung geht hervor, wie sehr die Kinder in der Krippe unter Stress stehen. Warum das so ist, wird mit den nachstehenden Ausführungen erklärt. Es wird gezeigt, was sich in den ersten zwei bis drei Jahren in der Entwicklung ereignet und warum die frühe Krippenbetreuung mit Risiken verbunden ist.

Zuwendung und Stillen "nach Bedarf"Szene 1: Stellen Sie sich vor, Sie fühlen sich aus irgendeinem Grund sehr unglücklich oder empfinden unkontrollierbare Angst. In Ihrer Verzweiflung suchen Sie Ihre beste Freundin oder Ihren Partner auf und schluchzen spätestens jetzt, wo Sie die geliebte Person erblicken, los. Sie können kaum sprechen, so sehr verschlagen Ihnen Ihre Gefühle die Sprache. Ihr Gegenüber nimmt Sie liebevoll in den Arm, spricht leise auf Sie ein, streichelt und tröstet Sie so lange, bis Sie sich beruhigt haben.

Szene 2: Stellen Sie sich vor, Sie fühlen sich aus irgendeinem Grund sehr unglücklich oder empfinden unkontrollierbare Angst. In Ihrer Verzweiflung suchen Sie Ihre beste Freundin oder Ihren Partner auf und schluchzen spätestens jetzt, wo Sie die geliebte Person erblicken, los. Sie können kaum sprechen, so sehr verschlagen Ihnen Ihre Gefühle die Sprache. Ihr Gegenüber schaut nervös auf die Uhr und sagt genervt: Warum kommst Du jetzt schon? Ich bin gerade mitten in einer Besprechung. Jetzt nimm Dich zusammen und warte, bis ich hier fertig bin! Ich lasse mich von Deinen Launen doch nicht herumkommandieren…

Dr. Dorothea Böhm - Kritik am Regierungsentwurf für ein PräventionsgesetzPrävention ist unumstritten positiv zu werten, denn wenn sie effektiv ist, bewahrt sie vor individuellem Leid und spart erhebliche Kosten.

Beim jüngsten Gesetzentwurf zur Förderung der Prävention fällt jedoch bei §20 Abs. 6 auf, dass in Bezug auf Effektivität von Prävention grob fahrlässig gehandelt wird, indem unter dem Begriff der Lebenswelten von Kindern alle möglichen Institutionen nicht jedoch die Familie Erwähnung findet.
Bemerkenswert!

Die wichtigste Lebenswelt der Kinder schlicht vergessen

Für die Familie, als die mit Abstand wichtigste Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen, ist Förderung der Prävention offensichtlich nicht vorgesehen. Das ist rundheraus paradox, muss also einen anderweitigen Grund haben, der noch wichtiger ist als effektive Prävention.

Daniela Niederberger - Gestörte KinderDieser Beitrag der schweizerischen Journalistin Daniela Niederberger fasst knapp, kritisch und informativ die Diskussion - auch in Deutschland - über die forcierte Einführung "flächendeckender" Fremdbetreuung für Kinder unter drei Jahren zusammen. Der Beitrag ist auch in der Weltwoche erschienen.

Krippen sind gut für die Eltern. Aber sind sie auch gut für die Kinder? Ärzte und Psychiater warnen. Es gibt zudem Betreuerinnen, die ihre eigenen Kinder nie in eine Krippe geben würden. Die Einwände verhallen oft ungehört.

Es sei "familienfreundlich", mehr Krippen zu schaffen, heisst es überall. Der Bundesrat will "Politik zum Wohl der Familie" machen und dafür sorgen, dass mehr Kinderbetreuungsplätze entstehen. «Familienfreundlich» klingt gut – wer wollte das nicht sein.

Doch sind Krippen gut für alle Familienmitglieder? Sicher für Mütter und Väter, die arbeiten wollen. Vielleicht notwendig für Alleinerziehende. Aber für die Kinder (die ja auch zur Familie gehören)? Sind Krippen gut oder schlecht für sie? Und was ist mit ganz kleinen Kindern?

Theresia Herbst - Bindung und BildungDie Bindung zwischen dem Kind und seiner primären Bezugsperson, in der Regel die Mutter, spielt in den verschiedenen Phasen kindlicher Entwicklung eine entscheidende, sich ständig verändernde Rolle für Bildung und Bildungsfähigkeit der Kinder.

Anschaulich und immer mit Bezug zur, und mit Empfehlungen für, die alltägliche Erziehungspraxis gibt die Autorin, Theresia Herbst, einen Überblick über den Stand der Erkenntnisse in der Bindungsforschung und ihre Anwendung in den verschiedenen Praxisfeldern.

Kinderarztes und Wissenschaftlers Dr. Herbert Renz-Polster:Wenn Kinder in den ersten Lebensjahren viel Nähe von ihren Bezugspersonen bekommen, wenn sie getragen, nach Bedarf gestillt, bei Kummer gleich getröstet werden – ist das als Vorbereitung auf das weitere Leben nicht problematisch?

Wenn Eltern ihren Babys und Kleinkindern viel Nähe geben, dann ist oft rasch jemand zur Stelle, der davor warnt, dass das Kleine dadurch „verwöhnt“ werde. So wurde ich einmal von einer Elternzeitschrift gefragt, ob ein Kind verwöhnt werde, wenn es nach Bedarf gestillt werde (und zwar auch nachts!) oder wenn man es häufig ins Tragetuch nimmt. Neuerdings sorgt der dreijährige Aram via Times Magazine für Fragen und Verwirrung. Das Titelbild zeigt ihn an der Brust seiner Mutter – Verwöhnung?

Sabine Lück: „Elternchance ist Kinderchance“, was das Programm wirklich leistetElternbegleiter sollen - nach dem Willen der Bundesregierung -  die Eltern für ihre Aufgabe in der flexiblen Leistungsgesellschaft  fit machen. 4000 Elternbegleiter/-innen werden derzeit in Deutschland ausgebildet um Eltern die Kenntnisse zum Stellenwert von Bildung in der frühen Erziehung ihrer Kinder näher zu bringen. Sie sollen in Zusammenarbeit mit Kindertagesstätten, Krippen, Familienbildungsstätten, u.a. Eltern ansprechen oder sogar Zuhause aufsuchen ( Aufsuchende Familienhilfe). Wer gehofft hatte, dass hier ein Programm ins Leben gerufen würde, das Eltern bei der Erziehung ihrer Kinder zur Seite zu stehen und ihnen wieder den Platz im Leben ihrer Kinder geben sollte, der ihnen eigentlich zusteht, wird vermutlich enttäuscht sein.

Die Mutter-Kind-Bindung entsteht schon in der Schwangerschaft. Ganz besonders sensibel für das Gelingen der engen Bindung zwischen Mutter und Kind ist die Zeit unmittelbar nach der Geburt. Was aber, wenn in dieser sehr empfindlichen Zeit durch Krankheit das Früh-/Neugeborenen von seinen Eltern getrennt wird, um in einer Kinderklinik aufgenommen zu werden?

Dr. Beatrix Schmidt, Chefärztin der Kinderklinik Josephinchen, Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin im St. Joseph-Krankenhaus, Berlin-Tempelhof, beantwortet diese drängende Frage in einem Beitrag für die Zeitschrift "kinderkrankenschwester".

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