22. Juni 2017

Telepolis - Sorgearbeit - GleichstellungsberichtDas Problem ist uralt, die Begrifflichkeit dagegen neu und flott: Nach "Gender Pay Gap" jetzt "Gender Care Gap".

"Care" - Sorgearbeit - wird immer noch ganz überwiegend von Frauen geleistet und immer noch ganz überwiegend unbezahlt, so der 2. "Gleichstellungsbericht" einer Expertenkommission für die Bundesregierung. Während die FAZ mit erhobenem Zeigefinger (hier) darauf verweist, dass dies ja in der Regel die freie Entscheidung der Frauen sei ("...was also soll das Gejammer...") und die Männer inzwischen ja ohnehin immer mehr Sorgearbeit übernähmen, versucht die Kommission das Problem von der anderen Seite her anzugehen: Der Bezahlung - in welcher Form auch immer - der Sorgearbeit. Auch dieser Vorschlag ist nicht neu und die Chancen auf eine Umsetzung eher gering

Telepolis: "Häusliche Sorgearbeit: Frauen machen viel, Männer zu wenig?"

18. Juni 2017

Kitas kassieren immense Summen an Steuergeldern für Personal, das es gar nicht gibt

Die Diskussion um Krippen und Kitas war schon immer ein Ort für Scheinargumente und Ablenkungskontroversen. Die möglichst rasche Rückkehr der jungen Mütter an den Arbeitsplatz, egal ob gewünscht oder nicht, hatte Vorrang vor allen anderen Zielen, vor allem aber vor dem "Kindeswohl". Dass der hektische Kita-Ausbau auch auf vorhersehbare Grenzen vor allem bei der Bertreungsqualität, bei der Ausbildung neuer Fachkräfte sowie bei der Finanzierung durch Kommunen und Eltern stößt, wird ignoriert oder als nachrangig propagiert. Kein Wunder, dass die so erzeugte Scheinwelt zu Missbrauch, Betrug und Verschleierung verführt. Hier ein Bericht von FOCUS-Money zu Manipulationen auf Kosten der Steuerzahler bei den staatlichen Zuschüssen für - nicht-existierendes - Personal.Staat zahlt für Erzieherinnen, die es garnicht gibt

www.focus.de/finanzen/steuern/steuerverschwendung/gewinne-auf-kosten-der-kinder-ausser-kontrolle-kitas-kassieren-millionen-fuer-erzieherinnen-die-es-gar-nicht-gibt_id_7254816.html

10. Juni 2017

"Digitales Bonding"?Die reflexartige und im Extremfall süchtige Beschäftigung mit dem Smartphone und anderen digitalen Medien verhindert immer häufiger den Blickkontakt und die direkte Beziehungsaufnahme zwischen Eltern und Kindern - mit fatalen Folgen vor allem bei Kleinkindern. Dass sogar das "Bonding" unmittelbar nach der Geburt von diesen Medien gestort wird und damit der Bindungsaufbau behindert, belegt ein Bericht im Mama-Blog.

Handywahn im Kreissaal
Karikatur Tages-Anzeiger

Ähnlich der Zürcher Tages-Anzeiger "Handywahn im Gebärsaal" (als PDF hier) begleitet von einer schlagkräftigen Karikatur.

In der Presse wurden in diesen Tagen die ersten Ergebnisse einer umfangreichen Studie vorgestellt - hier in der FAZ - in der die Schäden für Kinder bei extensiver Mediennutzung einmal mehr nachgewiesen werden.

 

 

22. Mai 2017

Die geheime Welt der BabysBaby`s Wunderwelt - spannende ARTE-Sendung.

Sind Babys bei der Geburt sozusagen "unbeschriebene Blätter"? Was können Babys tatsächlich schon - und die Erwachsenen wissen es gar nicht? Und wie sieht die Welt aus Sicht eines Babys aus? Die arte- Wissenschaftsdokumentation entführt in die faszinierende Welt der Babys und zeigt die Entwicklung vom Neugeborenen bis zum Kleinkind.

 http://www.arte.tv/guide/de/053950-000/die-geheime-welt-der-babys

Leider existiert die Dokumentation nicht mehr in der arte-Mediathek. Eine englische Version ist hier zu sehen: http://www.pbs.org/video/2365621954/

Die ersten drei Jahre sind für die Entwicklung eines Menschen von entscheidender Bedeutung – es ist die Zeit, in der die Sinne die Welt "begreifen", wir lernen sprechen und laufen und erste Beziehungen aufbauen. Später können wir uns kaum noch an diese Zeit erinnern. Neueste Forschungserkenntnisse bringen uns die geheime Welt der Babys näher. Am 25.08.2017 erscheint der Film "Wie Kinder die Welt sehen" als DVD. Hier können Sie die DVD bestellen.

10. Mai 2017
Werbeverbot für ungesunde Kinderprodukte
Falsch ernährt - Foto: iStockphoto

Übergewicht und Adipositas schon bei Kindern hat sich weltweit epidemisch ausgebreitet und ist eine der häufigsten "Krankmacher". Der Einfluss der Internet-Werbung auf die Ernährungsgewohnheiten von Kindern ist seit langem bekannt, immer wieder wissenschaftlich dokumentiert - und politisch ignoriert. Selbstverpflichtungen der Lebensmittelindustrie greifen nicht. Gesundheitsexperten kritisieren das Kindermarketing der Lebensmittelindustrie und fordern ein Werbeverbot im Internet für ungesunde Produkte mit zu hohem Zucker-, Salz- oder Fettgehalt.
aok-bv.de/presse/pressemitteilungen/2017/index_18508.html

 

10. März 2017

Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind - Johanna Haarer"Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind" - das Erziehungsbuch der Nazi-Autorin Johanna Haarer hat die Erziehungsstile von deutschen Müttern selbst noch Jahrzehnte nach dem Untergang des "Dritten Reiches" beeinflusst. Hier rechnet ihre Tochter, Gertrud Haarer - als Opfer dieser autoritären Erziehung - in einer sehenswerten Sendung mit ihrer Mutter ab. Erst nach dem Tod der Mutter schafft es Gertrud, sich mit deren Vergangenheit und den Folgen für ihr eigenes Leben auseinanderzusetzen.
www.ardmediathek.de/tv/Lebenslinien/Meine-deutsche-Mutter/BR-Fernsehen/Video

 

03. März 2017

Irrtümer der Familienpolitik - bpbErstaunlich engagierter Beitrag zu den Irrtümern der deutschen Familienpolitik auf den Seiten der "Bundeszentrale für politische Bildung" (www.bpb.de/politik/innenpolitik/familienpolitik/243303/die-familie-wird-wirtschaftskompatibel-gemacht). Ein kleines Korrektiv zur allgemeinen Medienklage im Gefolge der OECD Studie "Dare to Share" (www.oecd.org/berlin/publikationen/dare-to-share.htm). Radikaler Widerspruch gegen diese Abwertung der "Sorgearbeit" ausgerechnet in der Wirtschaftswoche (/www.wiwo.de/politik/deutschland/knauss-kontert-die-oecd-und-ihr-uebergriff-auf-die-familie/19471640.html). Kritik an der Studie auch vom Verband Familienarbeit e.V. (http://familienarbeit-heute.de/?p=4704)

11. Januar 2017

Focus OnlineDer Nachtschlaf ist eines der "ewigen" Probleme von Eltern mit kleinen Kindern. Seit Jahren schon zeichnet sich ein Trend ab, nach dem immer mehr Eltern zu Schlaf- und Beruhigungsmitteln greifen - auch für Ihre Kinder. Die Warnungen der Kinderärzte werden immer dringlicher. Für verzweifelte Eltern enthalten sie aber regelmäßig wenig Tröstliches.

Focus - Gefährlicher Trend - Immer mehr Eltern geben Kindern Schlafmittel

Dazu s. auch "Schlaf Kindlein, Schlaf!"

28. Oktober 2016

Frankfurter Allgemeine ZeitungFAZ Schlafmittel für BabysZweifellos sind Babys, die auch nach den ersten drei bis sechs Lebensmonaten noch nachts in kurzen Abständen wach werden und Zuwendung fordern oder über lange Zeit schreien, für die Eltern eine Belastung, die an die nervlichen Grenzen geht - oder darüber hinaus. Der gesellschaftspolitische Mainstream mit der Forderung nach möglichst frühzeitigem Wiedereinstieg der Mütter in die Erwerbsarbeit und nach Vollzeit-Beschäftigung beider Eltern spitzen das Problem noch zu.

Ratgeber zu diesem Thema sind Legion. Eltern können sich etwa bei "Schreibabys" auch professionelle Hilfe holen. Dennoch greifen manche Eltern in ihrer Verzweiflung zu Beruhigungsmitteln, ohne sich über die langfristigen Folgen im Klaren zu sein.

Auf diese Gefahren hat die "Kommission für Arzneimittelsicherheit im Kindesalter" der "Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin" in "Deutsche Ärztblatt" hingewiesen und damit eine Welle von mehr oder weniger qualifizierten Beiträgen in allen Medien ausgelöst.
Typisch der Beitrag "Eltern stellen Babys mit Medikamenten ruhig" in der schweizerischen Tageszeitung "20 Minuten". Sachlicher in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Zugespitzt und polemisch auf den gesellschaftspolitischen Punkt gebracht der Beitrag des Gefängnispsychologen und Publizisten Götz Eisenberg in den "NachDenkSeiten".