07. Juli 2015

Eine "vorauseilende Rezension" des neuen Buchs von Stefanie Selhorst und Michael Miedaner

Stefanie Selhorst

Der Redaktion lag das Manuskript "Eltern wollen Nähe - Verteidigung einer Sehnsucht" von Stefanie Selhorst und Michael Miedaner lange vor der geplanten Veröffentlichung vor - und wir waren so beeindruckt, dass wir im Folgenden das kommende Buch in Form einer kurzen Einführung und einiger Originalzitate vorstellen wollen:
 

Über das "Bindungsdorf" und den "einladungszentrierten Kindergarten"

Michael Miedaner

Wird ein Elternteil oder Elternpaar mit der Ganztagstrennung von seinem jungen Kind konfrontiert, so wird es sich dabei zumindest unterschwellig unbehaglich fühlen. Dieses Buch möchte das Streben nach familiärer Nähe fördern und unterstützen und hinterfragt kritisch den angeblich „modernen“ Impuls zur „frühkindlichen Bildung“ und die staatliche „Krippenpolitik“. Selhorst liefert wichtige Hypothesen und Denkanstöße, Beispiele und Inspirationen von Entwicklungspychologen wie Gordon Neufeld, aus der Literatur und der Kindergarten-Praxis.

Die Autoren machen Mut, den eigenen Emotionen nachzugeben, damit Kinder sich sicher binden können, und zeichnen nach, wie Erzieherinnen und pädagogische Fachkräfte Eltern hierbei unterstützen können – nicht, indem sie diese zu ersetzen versuchen, sondern indem sie sich auf die Seite der Bindung stellen. Mit der von ihnen beschriebenen Modellen des „Bindungsdorfes“ oder des „einladungszentrierten Kindergartens“ beschreiben sie eindrucksvolle Alternativen.

18. Juni 2015

Kindheit ist keine KrankheitAuf dieses Buch haben viele Eltern und Kinderärzte gewartet. Es macht den Menschen Mut, auch wenn es ein paar kleine Macken und Widersprüchlichkeiten in sich trägt – z.B. wenn Hauch einerseits die bedeutende Rolle der Eltern für eine gute Entwicklung des Kindes unterstreicht, andererseits das Betreuungsgeld als „Projekt der Erzkonservativen“ tituliert. Aber das sind Kleinigkeiten im Vergleich dazu, welche Hilfe und welchen Nutzen dieses Buch für viele Menschen bringt – man lese nur die Kommentare dazu auf amazon.

12. Juni 2015

Zum Buch von Jan-Uwe Rogge und Angelika Bartram

„Lasst die Kinder träumen“ Jan-Uwe Rogge und Angelika BartramDie Autoren Jan-Uwe Rogge und Angelika Bartram besitzen eine Fähigkeit, die vielen Menschen auf ihrem Weg vom Kind zum Erwachsenen verloren gegangen ist. Es ist die Fähigkeit, in eine magisch-phantastische Welt einzutauchen, in der die Sprache des (inneren) Kindes gesprochen wird. Die schlechte Nachricht lautet: Es ist nicht so leicht, diese Sprache zu erlernen.

Die gute Nachricht ist: Das Buch von Jan-Uwe Rogge und Angelika Bartram hilft Ihnen dabei. Es kann als Phantasie-Lexikon bezeichnet werden, das anhand zahlreicher Beispiele zeigt, wie viel wichtiger Phantasie im Leben ist, als rein kognitives Wissen. Darüber hinaus enthält es praktisch umsetzbare Tipps, die ohne Phantasie-Vorkenntnisse sofort in den Alltag integriert werden können, sodass die Magie der Kindheit auch in uns Erwachsenen wieder spürbar werden darf.

13. Februar 2015

Warum Fördern gut ist, Vertrauen in die Stärken Ihres Kindes aber besser - Prof. Dr. André Frank Zimpel

Spielen macht schlau - Andre Frank Zimpel„Förderitis“ nennt Autor André Frank Zimpel den Virus, der immer mehr Eltern zu befallen scheint. Sie denken das kindliche Gehirn trainieren zu müssen, ähnlich wie einen Muskel, und halten ihr Kind deshalb mit Förderprogrammen auf Trab. Aber können Eltern ihre Kleinen so tatsächlich besser auf ihr späteres Leben vorbereiten? Tun sie ihren Sprösslingen damit einen Gefallen? „Nein“, ist sich André Frank Zimpel sicher. In seinen Augen gibt es keine bessere Vorbereitung auf das spätere Leben, als das selbstvergessene und freie Spiel in der Kindheit. Ihm ist lieber ein Kind übt sich etwas länger im Pirat-Sein, statt zu früh zu viel gefördert zu werden. Denn das sei völlig verschwendete Zeit.

    „Nichts macht Kinder so klug wie das selbstvergessene, frei gewählte Spiel“ (S. 13)

08. Februar 2015

Warum Eltern ihr Recht auf Erziehung zurückfordern müssen - Herbert Renz-Polster

Die Kindheit ist unanstastbar - Herbert Renz-PoslterBetrachtet man die „Schnappschüsse aus dem Familienzirkus Renz-Polster“[1] wird schnell klar, was der Autor und Vater von vier Kindern unter einer glücklichen Kindheit versteht: Dreckige Hosenbeine, spannende Abende am Lagerfeuer und das Kennenlernen der Natur im freien Spiel. Diese Erziehungsphilosophie brachte ihn wohl auch zum Titel des vierten Buches: „Die Kindheit ist unantastbar: Warum Eltern ihr Recht auf Erziehung zurückfordern müssen“. Denn seiner Meinung nach läuft die Kindheit immer seltener so ab.

Wie es zum Verlust des Kind-Seins kam und was Eltern jetzt tun sollten, macht Herbert Renz-Polster in seinem neuen Werk auf eine sarkastisch-kritische Art und Weise deutlich. Er lässt jeden der „Pädagogik-Macher“ unterschiedlichster Richtung zu Wort kommen, und verkneift sich dabei auch nicht den ein oder anderen Seitenhieb.

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