Macht das "Offene Konzept" in Krippe und Kindergarten Sinn?

Das "Offene Konzept" geht von der freien Entscheidung der Kinder zwischen unterschiedlichen Spiel- und Beschäftigungsangeboten in unterschiedlichen Räumen mit jeweils einer dort "stationierten" Erzieherin. Die Eigeninitiative der Kinder soll das kindliche Lernen unterstützen durch das aktive Engagement in selbst gewählten Umgebungen und Situationen.
Kann das funktionieren?

Dagmar Neubronner, Leiterin des bekannten Neufeld-Instituts, klärt im Interview mit Jennifer Hein die unabdingbaren Voraussetzungen, die erfüllt sein müssten, um die Vorteile eines solchen Konzepts für die Kinder nutzbar zu machen. Unter den "Normal-Bedingungen" derzeit existierender Krippen und Kindergärten erscheint ihr eine sinnvolle Anwendung dieses Konzepts eher ausgeschlossen - je jünger die Kinder dabei sind, desto weniger.

Das "Offene Konzept" und die Bindung

Das „Offene Konzept“ soll den Kindern die Möglichkeiten bieten, sich frei zu entscheiden zwischen unterschiedlichen Spiel- und Beschäftigungsangeboten in unterschiedlichen Räumen (auch Bildungsinseln genannt), mit jeweils einer dort „stationierten“ Erzieherin. Dies bedeutet, dass es keine feste Bezugsgruppen für Kinder gibt und die Erzieherinnen angehalten sind alle Kinder der Einrichtung in den Blick zu nehmen. Dies erschwert zum einen, dem Bindungsbedürfnis der einzelnen Kinder an eine feste Bezugsperson gerecht zu werden und durch das Überangebot von Möglichkeiten kann es zu Reizüberflutungen kommen. Die Gefahr besteht, dass sich dann die Kinder an Gleichaltrige und auch andere Kinder binden, weil die Bindung zu einer festen Erzieherin fehlt, was zu erheblichen Folgeschäden führen kann.

Auch auf einzelne situationsbedingte Bedürfnisse/Begebenheiten der Kinder  kann eine Erzieherin nur bedingt eingehen. Ein Beispiel zur Verdeutlichung: ein Kind kommt mit einer Frage, zum Thema Blumen, in die Einrichtung und die Idee kommt auf, einen spontanen Ausflug zur Gärtnerei zu machen. So wird die Umsetzung, im offenen Konzept zum Organisationsakt, weil die Angestellten ihre festen Positionen einnehmen müssen. Natürlich kann man die Fragen der Kinder vor Ort beantworten, aber ist es nicht sinnvoller, gemeinsam mit den Kindern dieser Frage nachzugehen und zu überlegen, zu erleben, zu fühlen mit allen Sinnen, wie wir zur Antwort finden. Dazu bedarf es spontaner Freiräume, die ein offenes Konzept nicht bietet. Dies schränkt die Spontanität der Situation, die Entdeckerlust und die Entfaltungsmöglichkeiten aller Beteiligten sehr ein.

Das Bildungsziel, was sich laut deutschen Bildungs-und Erziehungsplan dahinter verbirgt, ist die „Partizipation" (Teilhabe an Entscheidungen) der Kinder zu fördern. Hier stellt sich die Frage, ob das in Kinderkrippen- und Kindergartenbereich überhaupt schon sinnvoll ist, da ein gewisser Reifegrad dazu notwendig ist, um eigene Entscheidungen für sich zu treffen. Mehr zum Thema der „Partizipation“ erfahren Sie in Folge 6, die aufzeigt, was es braucht, um diesem Ziel gerecht zu werden.


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