Barbara Wussow im Gespräch mit Maria Steuer

Selbstbewusst im Leben

Barbara Wussow © Kerstin Pukall

Barbara Wussow © Kerstin Pukall

Sie machen den Eindruck eines selbstbewussten Menschen. Sind Sie das und war das schon immer so?

Ja, heute fühle ich mich wohl in meiner Haut. Als Kind war das überhaupt nicht so. Ich habe kaum gesprochen und war froh, wenn ich nicht irgendwo im Mittelpunkt gestanden habe. Durch die Schauspielerei konnte ich in Rollen schlüpfen, konnte Menschen spielen, die extrovertiert waren. Dadurch konnte ich mich ausprobieren; wie ich mich in verschiedenen Ausdrucksarten fühle und habe spüren können, dass es auch schön sein kann, im Mittelpunkt zu stehen. Ich habe darüber auch im Privaten gelernt, selbstbewusster zu sein.

Welche Rolle haben dabei Ihre Eltern gespielt; wie haben sie auf Ihr Selbstbewusstsein gewirkt?

Meine Eltern haben mir eher weniger zugetraut und hatten andere Ziele für mich im Kopf. Vor der Schauspielerei wollten sie mich beschützen. Sie wollten mich vor Mißerfolgen bewahren und lieber, dass ich etwas „bodenständiges“ mache. Meine Mutter – als mein Vorbild – hatte sich entschieden, meinen Vater zu unterstützen, ihre eigenen Ziele eher hinten anzustellen. Ich selber versuche, die Interessen meines Mannes, meiner Kinder und meine eigenen gleichwertig unter einen Hut zu bekommen und ich finde, es gelingt mir sehr gut.

Was machen Sie, um Ihren Kindern ein gesundes Selbstbewusstsein zu vermitteln?

Ich nehme sie an, so wie sie sind. Ich stelle keine Bedingungen an meine Liebe zu ihnen. Ich freue mich über ihre Entwicklungsschritte und dass ich sie beraten und begleiten kann. Ich schaffe ein Zuhause, in dem sie sich wohl fühlen und gerne sind. Lache mit ihnen, tröste sie.

Vielleicht glucke ich hin und wieder ein bisschen zuviel. Ich habe schon den Spitznamen „Mutter T“, weil ich meine Familie sehr umsorge. Ich unterstütze sie in ihren Interessen und Begabungen, damit sie über ihre Erfolge Bestätigung finden. Und sie wissen, dass ich immer hinter ihnen stehe, egal was ist. Ich versuche Vorbild zu sein; ihnen und ihren Wünschen liebevoll und respektvoll zu begegnen.

Das hört sich nach intensivem Engagement an – bleibt Ihnen Zeit für sich?

Da brauch ich nicht so viel. Klar muss ich immer aufpassen, dass ich auch wieder auftanken kann und mich nicht vergesse bei meiner Leidenschaft „Mutter T“. Aber „aufgeben“ gibt es bei mir nur selten. Eher geht es auf Kosten meines Schlafpensums, als auf Kosten meiner vielen Aufgaben. In vielem erkenne ich da auch das Vorbild meiner Mutter.

Auszeiten für mich zu nehmen, wird wohl noch lange auf meiner Agenda stehen. Kleinere Freiräume werden jedoch mit der wachsenden Selbstständigkeit meiner Kinder immer mehr möglich.

Vielen Dank für das Gespräch.