Gene, Umwelt oder Beides?
Die Frage „Was ist angeboren und was ist erworben?“ impliziert, dass sich manche Merkmale eines Individuums durch seine genetische Veranlagung erklären lassen, während andere Merkmale das Ergebnis von Anpassungsprozessen auf Umwelteinflüsse sind. Allerdings wird die funktionelle Entwicklung eines Individuums durch ein komplexes Zusammenspiel von genetisch festgelegten Prozessen mit verschiedensten Umwelteinflüssen gesteuert. Dies gilt insbesondere auch für die funktionelle Entwicklung von Gehirn und Verhalten.
Negative Kindheitserfahrungen können neuronale Entwicklungsprozesse stören und sind somit ein Risikofaktor für die Entstehung psychischer Erkrankungen wie Depression oder ADHS.
Hingegen kann die erfolgreiche Bewältigung früher Negativerfahrungen aber auch zu angepassten Veränderungen führen, die die Entwicklung psychischer Gesundheit fördern.
Im Workshop werden Grundprinzipien der funktionellen Entwicklung diskutiert und die Bedeutung der Epigenetik an diesen Prozessen erläutert. Zudem werden mögliche Pufferfaktoren gegenüber negativen Kindheitserfahrungen diskutiert.
Themen
- Grundlegende Entwicklungsprinzipien
- „Frühe Programmierung von Gesundheit und Krankheit“ (Developmental Origins of Health and Disease, DOHaD)
- Funktionelle Entwicklung von Gehirn und Verhalten
- Epigenetik als Schlüsselmechanismus der Entwicklung und an der Schnittstelle zwischen Genen und Umwelt
- Kritische und sensible Entwicklungszeitfenster
- Vulnerabilität vs. Resilienz
- Geschlechtsspezifische Entwicklung
Angebot für: Therapeut:innen, Fachkräfte in den Frühen Hilfen, Früh-/Sozial-/Pädagog:innen, Sozialarbeiter:innen, Hebammen, Pflegende und Ärzt:innen und alle die mit Eltern und Kindern arbeiten
Referent: Prof. Dr. Jörg Bock

