Eine Mutter erzählte mir: „Mein Kind ist sehr ängstlich. Sie ist fünf Jahre alt und hat mittlerweile vor allem und jenem Angst. Sie will auch gar nicht mehr in die Kita gehen. Ich weiß nicht mehr, was ich machen soll.“
Ich gab ihr zunächst einmal verschiedene Hinweise, was sie im Umgang mit der Angst für ihre Tochter tun könne. Und ich fragte nach, welche Quellen die Angstgefühle der Tochter haben könnten, z. B. wann die Angst zum ersten Mal aufgetreten sei und vieles andere mehr. Dieses Gespräch war schon hilfreich.
Entwürdigendes und unberechenbares Verhalten durch erwachsene Bindungspersonen verunsichert und verwirrt Kinder. Sie können sich nicht auf eine sichere Basis verlassen und zeigen die damit verbundene Not oft ohne Worte. Aus der Praxis von Kindertherapeut:innen, Erzieher:innen, Müttern, Tagesmüttern und Erziehungsberater:innen wird deutlich, wie Kinder reagieren. Die Fallbeispiele zeigen: Wenn Kinder im Verhalten „auffällig“ werden, ist das oft ein stiller Hilferuf.
Dr. phil. Udo Baer (Gesundheitswissenschaften), Diplom-Pädagoge, erläutert was Kinder mit Bindungsstörungen brauchen und welche Maßnahmen ergriffen werden sollten, um die Belastungen der Kinder zu lindern oder zu beseitigen. Der oben genannte Hilferuf eines fünfjährigen Mädchens wurde im Oktober 2022 im Semnos I Pädagogisches Institut Berlin (PIB) veröffentlicht.
