Erziehungsstil prägt Mobbing-Opfer - Foto © Julia GinsbachEine umfassende Meta-Studie mit insgesamt 200.000 Teilnehmern an der Universität von Warwick, Großbritannien warnt:

Vernachlässigte, geschlagene aber auch überbehütete Kinder sind wesentlich häufiger Opfer von Mobbing und Aggressionen im Schulalter als Kinder von Eltern mit einfühlsamen aber konsequenten Erziehungsstilen.

Der Studienleiter, Prof. Dieter Wolke: „Mobbing hat dauerhafte Auswirkungen bis ins Erwachsenenalter. Wir wissen heute, dass Mobbing-Opfer nicht nur an psychischen Problemen, Depressionen bis hin zum Selbstmord, sondern auch an physischen Folgekrankheiten leiden. Wir müssen dringend mehr über die Auslöser für Mobbing wissen, um den Opfern selbst und damit der Gesellschaft helfen zu können.“ „Oft wird Mobbing als Problem der Schule mißverstanden. Aber unsere Studie macht deutlich, dass Eltern eine ganz wichtige Rolle dabei spielen.“ Wärme, Zuwendung, Gespräch und Unterstützung sei in der Erziehung von entscheidender Bedeutung.

Die Studie definiert nicht nur überhartes oder vernachlässigendes, sondern auch über-behütendes Elternverhalten als „negativen Erziehungsstil“ (negative parenting).

Prof. Wolke: „Kinder brauchen die Untersützung und Ermutigung durch ihre Eltern. Aber einige Eltern versuchen, ihre Kinder von allen negativen Erfahrungen fern zu halten. Damit verhindern sie, dass ihre Kinder lernen, mit „Bullys“ umzugehen, und machen sie so verwundbarer. Kinder überprotektiver Eltern haben es schwerer, Eigenschaften wie Selbstständigkeit und Selbstbehauptung zu entwickeln. Das macht sie zu leichten Mobbing-Opfern.“

von Redaktion fürKinder

Links zum Thema

Studie

Dieter Wolke et al., Parenting behavior and the risk of becoming a victim and a bully/victim: A meta-analysis study, Child Abuse & Neglect, 2013, vorab online publiziert

Quelle: Science Daily