Stress Fremdbetreuung - Fotolia © inna-astakhovaStarker, traumatisierender Stress in früher Kindheit kann die genetische Ausstattung eines Menschen in einer Weise verändern, die ihn später als Erwachsener hindert, schwierige und belastende Situationen zu meistern. Die unbewältigten Traumata münden darüber hinaus oft in psychiatrische Erkrankungen. Allerding trifft das nur auf Menschen zu mit einer bestimmten Anordung des Gens FKBP5, das für die Regulierung des Stress-Homons Cortisol zuständig ist.

Veränderte Genetik zur Stressbewältigung

Stress in späterem Lebensalter hat dagegen nicht mehr annähernd die gleiche Wirkung wie der frühkindliche Stress

Forscher am Münchener Max-Planck-Institut für Psychiatrie haben jetzt diese „Verwundbarkeit“ des genetischen Stress-Abwehr-Systems in früher Kindheit mit den fatalen Folgen im Erwachsenenalter an Daten von 2.000 afro-amerikanischen Frauen nachgewiesen.

Es geht ihnen dabei, nach eigenen Aussagen, auch darum, die Öffentlichkeit aufmerksam zu machen auf die Gefahren der „Überschwemmung“ mit Stressfaktoren und dem Stress-Hormon Cortisol durch traumatische Erlebnisse  – und dazu gehört auch die langandauernde und unvorbereitete Trennung von der wichtigsten Bezugsperson – in der frühen Kindheit.

Die Erforschung dieser Wechselbeziehungen von Erbfaktoren und Umwelteinflüssen, Epigenetik genannt, fördert in immer schnellerem Takt Ergebnisse zutage, die eigentlich längst in den aktuellen Diskussionen um frühkindliche Betreuung, Erziehung und Förderung ein wichtige Rolle spielen müsste. Das aber ist ganz und gar nicht so. Der politische und mediale Mainstream weigert sich beharrlich, diese Einsichten auch nur zur Kenntnis zu nehmen.

von Redaktion fürKinder

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Studie

Torsten Klengel et al., Allele-specific FKBP5 DNA demethylation mediates gene–childhood trauma interactions, Nature Neuroscience

Quelle: PubMed