Grafik - MelodieBabys lernen schon im Mutterleib und können das Erlernte als Neugeborene auch nutzen. Wir wissen, dass Babys auf die Ansprache ihrer Mütter positiv reagieren, weil ihnen die Stimme vertraut ist – schon aus den letzten Monaten der Schwangerschaft.

Dass Babys aber schon in den Monaten vor der Geburt Kinderlieder „lernen“ können, ist eine neue Erkenntnis.

Finnische Forscher hatten 24 werdende Mütter zu einem Experiment eingeladen. Die eine Hälfte der Gruppe spielte den Ungeborenen in den letzten Schwangerschaftswochen fast täglich ein kleines Schlaflied vor: „Twinkle twinkle little star“. Die Mütter in der anderen Gruppenhälfte taten nichts dergleichen. Die Abbildung zeigt das Schlaflied in der Originalform und mit einzelnen Noten verändert.

Babys erkennen und erinnern Musik schon im Mutterleib

Kurz  nach der Geburt maßen die Forscher dann die Hirnaktivitäten der Babys. Sie spielten ihnen mehrfach das Schlaftlied „Twinkle twinkle little star“ vor – zwischendrin auch mit kleinen Varianten. Am Muster der Hirnströme (event-related potentials, ERPs) konnten die Wissenschaftler die Unterschiede erkennen, sowohl zwischen den Kindern, die das Lied gehört oder nicht gehört hatten, als auch zwischen den vertrauten Liedversionen und den in einigen Noten geänderten Melodien.

Dieselbe Untersuchung wiederholten die Forscher mit den gleichen Kindern im Alter von vier Monaten. Das Ergebnis blieb eindeutig: „Sowohl nach der Geburt als auch im Alter von vier Monaten zeigten die Kinder aus der Musik-Gruppe stärkere ERPs als die Kontrollgruppe“, schreiben die Forscher.  Auch die Reaktionen auf die veränderte Melodie blieb – je häufiger die Babys die Melodie im Mutterleib gehört hatten, umso deutlicher fielen die Reaktionen aus.

von Redaktion fürKinder

Links zum Thema

Studie

Eino Partanen et al., Prenatal Music Exposure Induces Long-Term Neural Effects, PLoS ONE, 8(10): e78946

Beitrag

„So wichtig ist die Musik für die Entwicklung“

Quelle: Eurekalert