Vater und Sohn - Foto alanpoulson © 123RFDie Bedeutung der Väter – ihre Anwesenheit und intensive Zuwendung – für die Entwicklung ihrer Kinder, vor allem der Söhne, ist erst in jüngerer Zeit wirklich ins Bewusstsein der Bevölkerung gedrungen und hat, wenn auch noch in Grenzen, die Generation der „Neuen Väter“ geprägt. Die gegenläufige Tendenz der Intensität und Dauer der täglichen Berufsarbeit fern der Familie konterkariert oft genug den guten Willen und die Wünsche der Väter für mehr Zeit mit ihren Kindern.

Kinder leiden, wenn Väter lange arbeiten

Die fatalen Folgen unverhältnismäßig langer Abwesenheit der Väter durch die Erwerbsarbeit wird einmal mehr in einer soeben erschienen Langzeitstudie deutscher und australischer Forscher belegt. Die Langzeitstudie basiert auf Daten von mehr als 1.400 Kindern im australischen Bundesstaat Western Australia.

Fast 19 Prozent der Väter von Kindern unter fünf Jahren arbeiten danach 55 und mehr Stunden pro Woche. Die Stundenzahl steigt noch an bei Vätern älterer Kinder. Söhne dieser Väter werden später sehr viel häufiger verhaltensauffällig oder aggressiv als Söhne, deren Väter weniger arbeiten. Bei Töchtern macht sich dagegen der Unterschied nicht deutlich bemerkbar.

Überlange Arbeitszeiten der Mütter konnten in dieser Studie erstaunlicherweise nicht nachgewiesen werden. Allerdings waren auch die Fallzahlen von Müttern mit Arbeitszeiten von 55 Wochenstunden so gering, dass ein verlässliches Ergebnis nicht möglich war.

Die Studie basiert auf Daten der Western Australian Pregnancy Cohort Study, auch bekannt als Raine Study. Diese Langzeituntersuchung verfolgt die Entwicklung von Kleinstkindern, Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in deren weiteren Lebensverlauf.

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Studie

Sarah Johnson et al., Mothers’ and Fathers’ Work Hours, Child Gender and Behavior in Middle Childhood. Journal of Marriage and Family, 2013, 75: 56-74.

Quelle: Pressemitteilung des Wissenschaftszentrums Berlin