Mit seinem jüngsten Buch "Das falsche Leben: Ursachen und Folgen unserer normopathischen Gesellschaft" hat der Psychoanalytiker Dr. Hans-Joachim Maaz den seit vielen Jahren tobenden Streit um die Bedeutung der frühkindlichen Entwicklung und die "richtigen" Voraussetzungen für eine gelingende Persönlichkeitsbildung befeuert: "Er-ziehung" vs. "Be-ziehung", begleitetes Wachsen vs. Zurichtung auf gesellschaftliche und ökonomische Anforderungen.

In diesem Vortrag fasst er seine Zusammenführung wissenschaftlicher Erkenntnisse aus Psychologie, Bindungstheorie, Neurophysiologie, Hirnforschung etc. zusammen in einer fulminanten Kritik der "normopathischen" narzistischen Gesellschaft.

Folge 10 der Interviews mit Dagmar Neubronner

Anknüpfend an das interview mit Dagmar Neubronner in Folge 9 hier das Thema: Was hilft bei ADS/ADHS? Ritalin "funktioniert" in der Tat, so die Leiterin des Neufeld Instituts. Die Kinder kommen zur Ruhe. Aber da die Ursachen damit nicht beseitigt sind, ist das keine Lösung. Die Unterdrückung des "Alarmgefühls" mit Medikamenten ist reine Symptombehandlung, die in Einzelfällen und in Notsituationen gerechtfertigt ist, aber sie verhindert den Kontakt mit den eigenen Gefühlen und damit das Lernen, die Gefühle zu beherrschen. Es fehlt die Zeit, die das Kind im Umgang mit seinen Gefühlen zum Reifen braucht.

Zur Folge 9: ADHS-ADS - Krankes Hirn oder verletzte Seele

9. Folge der Interviews mit Dagmar Neubronner

Die meisten Kinder mit ADS/ADHS haben keine Probleme mit dem Gehirn sondern leiden unter einem Mangel an Sicherheit, befinden sich in einer verletzlichen Situation und haben daher keine Chance, zur Ruhe zu kommen, sagt Dabmar Neubronner, Leiterin des Neufeld-Instituts, im Interview mit Jennifer Hein.
In dieser Situation reagiert das Gehirn, wie immer auf "Selbstverteidigung" bedacht, durch Betäuben der bedrohlichen oder unangenehme Gefühle, durch Ausblenden und Abschalten.

In dieser 8. Interviewfolge kritisiert Dagmar Neubronner, Leiterin des Neufeld Instituts, das verbreitete Missverständnis von sozialem Lernen als "Unterrichten" von Verhaltensformen. Zweijährigen könne man Verhaltensregeln beibringen nicht aber soziales Lernen im Sinne von innerem Verständnis für Rücksichtnahme, Mitgefühl und Takt. Diese innere Haltung sei ein Produkt der natürlichen Reifung eines Kindes, dem Sammeln von Erfahrungen und einem Verständnis für die Gedanken und Befindlichkeiten anderer, die vor allem im freien Spiel erworben werde.

7. Folge des Interviews mit Dagmar Neubronner

Natürlich sollen, dürfen, wollen Kinder mit anderen Kindern spielen. Problematisch wird die Beziehung aber, wenn sich Kinder vorwiegend an anderen - gleichaltrigen - Kindern orientieren, ihre Werte und Vorstellungen und emotionale Reaktionen von anderen Kinder beziehen und die Rückzugsmöglichkeit auf die erwachsene Bindungsperson abgeschnitten wird.

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