Kaiserschnitt immer häufiger trotz Risiken - Foto cdwheatley © iStockDie Zahl der Geburten per Kaiserschnitt steigt ständig an  – ebenso wie die Zahl der Studien, die vor den möglichen Folgen warnen. Längst nicht in jedem Fall ist diese Form medizinisch notwendig oder auch nur angeraten.

Ein Drittel aller Geburten mit Kaiserschnitt

Das Statistische Bundesamt berichtet jetzt, dass der Anteil der Geburten mit Kaiserschnitt im vergangenen Jahr den Anteil von fast einem Drittel aller Geburten erreicht hat (32,1 Prozent). Damit hat sich der Anteil innerhalb der letzten 20 Jahre fast verdoppelt. 1992 lag er noch bei 16,2 Prozent.

Nicht nur liegt die Mütter-Sterblichkeit beim Kaiserschnitt immer noch deutlich höher als bei der natürlichen Geburt, sondern die Geburt durch Operation verhindert auch einen Teil der hormonellen Umstellung (Oxytocin) bei der Mutter, die für die Versorgung und für die Zuwendung zum Baby wichtig ist .

Gesundheitliche Risiken für’s Baby

Darüber hinaus erhöhen sich verschiedene Krankheitsrisiken für das Baby, wie immer mehr Studien aus der jüngsten Zeit belegen. Kinder, die mit Kaiserschnitt zur Welt kommen, leiden deutlich häufiger unter Darm- und Atemwegserkrankungen, Diabetes und Übergewicht. Das Immunsystem ist geschwächt. Eine aktuelle Studie der renommierten Yale University fand sogar eine gebremste Gehirnentwicklung bei Kaiserschnitt-Kindern.

Der Boom der operativen Geburt hat viele Gründe: Neben der Angst von Frauen, die erst spät ihr erstes Kind gebären, gibt es auch wirtschaftliche Gründe, aus denen Ärzte den Frauen zum Kaiserschnitt raten: Die Honorare für die Operation sind wesentlich höher als bei der natürlichen Geburt.

von Redaktion fürKinder

Links zum Thema

Studie

„gebremste Gehirnentwicklung bei Kaiserschnitt-Kinder“, Ucp2 Induced by Natural Birth Regulates Neuronal Differentiation of the Hippocampus and Related Adult Behavior, Yale University