Frühkindliche Traumata blockieren Intelligenz-Entwicklung - Foto luxorphoto © fotoliaVernachlässigung, abrupte Trennung oder Gewalterlebnisse in den ersten zwei Lebensjahren können die intellektuelle Entwicklung eines Kindes über viele Jahre hinweg bremsen. So die jüngsten Ergebnisse einer Langzeituntersuchung (Minnesota Longitudinal Study of Parents and Children) in den USA über bisher acht Jahre.

Da die Entwicklung des Gehirns in den ersten zwei Lebensjahren besonders „explosiv“ erfolgt, haben die Traumata in diesem Alter eine besonders prägende Auswirkung auf die lebenslange Entwicklung der kognitiven Fähigkeiten und der Intelligenz.

Seit 1975 werden in dieser Studie die Schicksale von Kindern verfolgt und die individuelle Entwicklung jedes Kindes beobachtet.

Traumata vor dem zweitem Geburtstag wirken besonders tief

Ein Drittel der Kinder hatten solche traumatisierenden Erlebnisse bis zum 5. Lebensjahr, fünf Prozent vor Erreichen des dritten Lebensjahrs. Diese Kinder zeigten durchweg eine verlangsamte Entwicklung ihrer kognitiven Fähigkeiten. Besonders ausgeprägt war dieses Defizit bei den Kindern, die solche traumatisierenden Erlebnisse schon im Alter bis zu zwei Jahren verkraften mussten.

Auch wenn andere Faktoren berücksichtigt wurden, wie etwa der Intelligenzquotient von Mutter und Kind, soziale und wirtschaftliche Umstände, Geburtskompolikationen, Geschlecht und selbst die Qualität der Anregungen und Bildungsangebote zuhause, blieb das Ergebnis unverändert.

„Unsere Ergebnisse belegen, dass diese Erlebnisse in früher Kindheit, vor allem im Alter unter zwei Jahren, einen erheblichen und bleibenden Effekt auf die geistige Entwicklung hat, auch wenn andere relevante Einflüsse mit berücksichtigt werden,“ so die Autoren der Studie.

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Studie

M. B. Enlow, et al., Interpersonal trauma exposure and cognitive development in children to age 8 years: a longitudinal study. Journal of Epidemiology & Community Health, online vorab veröffenlticht 14. April 2012

Quelle: Sciene Daily