Trauma und Traumabewältigung - Foto IStock © GlobaSo wie eine tiefe Schnittwunde womöglich zu einer Narbe führen kann, können auch seelische Verletzungen bleibende Schäden nach sich ziehen. In der Psychologie spricht man dann von einem Trauma.

Der Mensch reagiert auf eine solche Situation mit Verdrängung. Er spaltet den verletzten Teil seines Ichs ab, „verkapselt“ ihn. Der abgespaltene Teil des Ichs aber ist in Wirklichkeit gar nicht vollständig von ihm abgetrennt. Die Verbindung ist nur so lange blockiert, bis ein externer Reiz wieder die alten Emotionen triggert, wodurch es letztlich zu einem erneuten Aufkeimen des Schmerzes kommt.

Prof. Dr. Franz Ruppert, Professor für Psychologie mit Schwerpunkt Psychotraumatologie, ist der Auffassung, dieser Weg der Verdrängung und der Bekämpfung seelischer Wunden, verhindere die mögliche Heilung. Stattdessen müssen die abgespaltenen Teile der Psyche wieder als das erkannt werden, was sie sind: Teile der eigenen Identität.

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„Wer bin ich in einer traumatisierten Gesellschaft?“ von Prof. Dr. Franz Ruppert