Was geschieht in Kitas und Krippen - Foto Tatyana Gladskih © Fotolia

Kitas und vor allem Krippen in Deutschland sind teilweise in einem katastrophalen Zustand.

Was macht ihr da mit unseren Kindern?

Die ZEIT berichtete 2016 in einer Serie von Beiträgen und mit einer eigenen Umfrage bei Erzieherinnen von den gravierenden Qualitäts-Problemen. 2014 waren sich alle Länderchefs einig, „dass es keiner bundesweiten Standards bedarf“. Ihr Beschluss fiel im Bundeskanzleramt.

Seit 2006 veröffentlicht jedes Jahr die Bertelsmannstiftung ein Ländermonitor Frühkindliche Bildungssysteme mit Daten und Fakten über die Frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung in Deutschland. Es hat zum Ziel, Transparenz über die 16 Frühkindlichen Bildungssysteme in Deutschland herzustellen und auf Reformbedarfe in den Bundesländern hinzuweisen.

2020 resümiert der SPIEGEL die Faktenlage der Studie zu frühkindlicher Bildung mit dem Titel:

1,7 Millionen Kinder in Kitas „nicht kindgerecht“ betreut

und betont: “ Immer mehr Kinder in Deutschland besuchen eine Kita. Viele verbringen fast den ganzen Tag dort. Aber wie ist es um die Qualität der Betreuung bestellt? Eine Studie zeigt: Das hängt stark vom Wohnort ab.“

Personal- und Betreuungssituation in vielen Kitas nicht kindgerecht, schreibt der Stern vom 25.08.2020

Durchschnittlich kümmert sich eine Fachkraft um 4,2 Krippenkinder. Mecklenburg-Vorpommern ist derzeit bundesweiter Spitzenreiter und betreut 6 Kleinstkinder im Alter von bis zu 3 Jahren gleichzeitig mit nur einer Fachkraft. Wobei pädagogisch Tätige in Kitas entweder einen Hochschul-, Fachschul- oder Berufsfachabschluss bzw. sonstige Ausbildung vorweisen müssen.

In Bremen werden gemäß der Empfehlungen des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) 3 Kinder im Krippenalter von einer Fachkraft gebildet, betreut und erzogen – ganz im Sinn der neuen Balance von öffentlicher und privater Verantwortung für das Aufwachsen von Kindern.

Doch die tatsächliche Betreuungssituation stellt sich häufig anders dar, weil unbesetzte Stellen, Zeiten für Aufgaben außerhalb der Gruppe oder ausfallende Kollegen wegen Urlaub, Fortbildung oder Krankheit gar nicht erfasst seien, so die Bertelsmann-Stiftung.

„Ist eine Fachkraft für zu viele Kinder zuständig, kann sie nicht auf die Bedürfnisse der Einzelnen eingehen, die Persönlichkeitsentwicklung oder den familiären Hintergrund betrachten“, betont Anette Stein, Verantwortliche für den Bereich frühkindliche Bildung bei der Bertelsmann-Stiftung und fügt hinzu: „Dann reden wir über reine Betreuungsleistung mit Auswirkungen auf die Sprachentwicklung, Motorik und das Wohlbefinden von Kindern.“  

Das Gute-KiTa-Gesetz des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend versprach uns am mit Slogans wie diesen „Gut ist Kita, wenn für jedes Kind mehr Zeit da ist“. Packen wir es endlich an! Geben wir den Kindern, denen die Zuwendung, Geborgenheit und Förderung in der Krippe fehlt, ihren Müttern und Vätern zurück und begleiten wir sie, die Eltern für ihr Kind zu sein, die sie gern wären.

von Redaktion fürKinder

 

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Krippenpolitk: Gestörte Kinder (inkl. Erkenntnisse aus der DDR), Daniela Niederberger fasst knapp, kritisch und informativ die Diskussion über die  „flächendeckende“ Fremdbetreuung für Kinder unter drei Jahren zusammen. Erstveröffentlichung, Weltwoche, 14.02.2013